Kürzlich fand in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, die Umweltversammlung der Vereinten Nationen statt – sowohl online als auch in Präsenz. Über 2.000 Vertreter aus fast 200 Mitgliedstaaten nahmen daran teil. Eines der wichtigsten Themen des Treffens war die Bekämpfung der globalen Plastikverschmutzung und die Erörterung der Entwicklung eines ersten globalen Abkommens zur Bewältigung der Plastikkrise. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass an dieses Umweltabkommen „hohe Erwartungen“ geknüpft seien, da das Pariser Abkommen bereits 2015 unterzeichnet wurde.
Umweltschutz ist heutzutage ein zentrales Thema der globalen Entwicklung, und im In- und Ausland werden immer neue Umweltschutzrichtlinien verabschiedet. Am 19. Januar 2020 veröffentlichten die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission und das Ministerium für Ökologie und Umwelt die „Meinungen zur weiteren Stärkung der Bekämpfung der Plastikverschmutzung“: „Bis Ende 2020 wird mein Land eine Vorreiterrolle bei Verboten und Einschränkungen der Produktion, des Verkaufs und der Verwendung von Plastik einnehmen.“
Das chinesische Ministerium für Ökologie und Umwelt bekräftigte am 23. Februar dieses Jahres erneut seine Absicht, die Bekämpfung der Plastikverschmutzung im Rahmen seiner Zuständigkeit aktiv zu verstärken. Der nächste Schritt besteht darin, die rechtlichen Vorgaben zur Plastikverschmutzungskontrolle umzusetzen und die Anwendung der „Meinungen zur weiteren Stärkung der Plastikverschmutzungskontrolle“ sowie des Aktionsplans zur Plastikverschmutzungskontrolle des 14. Fünfjahresplans voranzutreiben, um die Plastikverschmutzung präzise, wissenschaftlich und rechtmäßig zu bekämpfen. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft weiter intensiviert und Chinas Erfahrungen und Expertise aktiv in den internationalen Austausch eingebracht.
1. Abbaubare Kunststoffe haben wieder einmal die Oberhand
Im Kontext des Umweltschutzes werden biologisch abbaubare Kunststoffe als Schlüsselmaterial zum Ersatz herkömmlicher Kunststoffe zweifellos wieder in den Mittelpunkt öffentlicher Spekulationen rücken.
Abbaubare Kunststoffe stellen eine ideale Alternative zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung dar. Biologisch abbaubare Kunststoffe sind die gängigste Form der Abbaubarkeit. Üblicherweise spricht man bei abbaubaren Kunststoffen von biologisch abbaubaren Kunststoffen, die aufgrund ihres grundlegenden Potenzials zur Lösung des Umweltproblems von großem Interesse sind.
Was ist biologisch abbaubarer Kunststoff?
Abbaubare Kunststoffe bezeichnen eine Kunststoffklasse, deren Eigenschaften den jeweiligen Anwendungsanforderungen entsprechen, während der Lagerdauer unverändert bleiben und sich nach Gebrauch unter natürlichen Bedingungen in umweltverträgliche Substanzen zersetzen. Daher werden sie auch als umweltverträgliche Kunststoffe bezeichnet.
Es gibt eine Vielzahl neuer Kunststoffe: photochemisch abbaubare Kunststoffe, biologisch abbaubare Kunststoffe, licht-/oxidativ-biologisch abbaubare Kunststoffe, auf Kohlendioxid basierende biologisch abbaubare Kunststoffe, thermoplastische Stärkeharz-abbaubare Kunststoffe.
2. Die Plastikverschmutzung ist zu einem zentralen Thema geworden.
Der Präsident der Umweltversammlung der Vereinten Nationen und norwegische Umweltminister Espen Bart Eide erklärte in seiner Rede, die Welt stehe vor der Bedrohung durch drei große Umweltkrisen: Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt sowie Umweltverschmutzung und Abfall. Die Welt erhole sich zwar allmählich von der Pandemie, doch angesichts der Umweltprobleme habe unsere Generation noch einen langen Weg vor sich.
Laut einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) aus dem Jahr 2021 wurden von 1950 bis 2017 weltweit rund 9,2 Milliarden Tonnen Kunststoffe produziert. Davon wurden weniger als 10 % recycelt, und etwa 7 Milliarden Tonnen landeten im Müll. Schätzungen zufolge werden bis 2040 jährlich rund 710 Millionen Tonnen Plastikmüll in der Umwelt landen. Die amerikanische Fachzeitschrift „Science Advances“ warnte, dass es im Jahr 2050 mehr als 13 Milliarden Tonnen Plastikmüll auf der Erde geben wird und die Erde sich in einen „Plastikplaneten“ verwandeln könnte.
„Plastikverschmutzung steht nach dem Klimawandel aktuell im Fokus der globalen Umweltproblematik und stellt eine große Herausforderung für die globale nachhaltige Entwicklung dar. Die Plastikverschmutzung der Ozeane und anderer Ökosysteme breitet sich über Ländergrenzen hinweg aus, sodass kein Land und keine Region davor gefeit ist. Alle Länder müssen das Konzept einer ‚Schicksalsgemeinschaft der Menschheit‘ hochhalten und umfassende und aktive Maßnahmen ergreifen, um dieses Problem gemeinsam zu bewältigen“, sagte Zhang Deyuan.
3. Unbekannte Alternativen zu Plastik – welche kennen Sie?
Umweltfreundliche und natürliche Kunststoffalternativen wie Papier- und Bambusprodukte haben das Interesse der Menschen geweckt. Welche neuen natürlichen Alternativmaterialien gibt es neben diesen?
1) Seetang: Die Antwort auf die Plastikkrise?
Mit der Entwicklung von Biokunststoffen haben sich Algen zu einer der besten Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffverpackungen entwickelt.
Da es nicht aus landwirtschaftlichen Rohstoffen gezüchtet wird, trägt es nicht zur üblichen Kontroverse um CO₂-Emissionen bei. Zudem benötigt Seetang keine Düngemittel. Er trägt zur Wiederherstellung des marinen Ökosystems bei und ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch kompostierbar, sodass er nicht in industriellen Anlagen chemisch zersetzt werden muss.
Das indonesische Startup Evoware, spezialisiert auf nachhaltige Verpackungen, hat eine maßgeschneiderte Verpackung aus Rotalgen entwickelt, die bis zu zwei Jahre haltbar und essbar ist. Bislang testen 200 Unternehmen aus der Lebensmittel-, Kosmetik- und Textilindustrie das Produkt.
Das britische Start-up Notpla hat außerdem eine Reihe von Lebensmittel- und Getränkeverpackungen auf Algenbasis entwickelt, darunter Ketchupbeutel, die die Kohlendioxidemissionen um 68 % reduzieren.
Weiche Verpackungen für Getränke und Soßen, sogenannte Oohos, haben ein Volumen von 10 bis 100 ml. Die Päckchen sind essbar und können im normalen Hausmüll entsorgt werden; sie zersetzen sich innerhalb von 6 Wochen in der Natur.
2) Kann man aus Kokosfasern Blumentöpfe herstellen?
Der britische Onlinehändler für pflanzliche Produkte foli8 hat eine Reihe biologisch abbaubarer Töpfe aus reiner Kokosfaser und Naturlatex auf den Markt gebracht.
Dieser Topf aus Pflanzenmaterial minimiert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern ist auch aus gärtnerischer Sicht vorteilhaft. Kokosfasertöpfe fördern bekanntermaßen ein kräftiges Wurzelwachstum. Diese Innovation macht das Umtopfen überflüssig, da alte Töpfe einfach in größere umgestellt werden können, wodurch das Risiko von Wurzelschäden reduziert wird.
Foli8 bietet außerdem Bepflanzungslösungen für Unternehmen an, darunter für berühmte Londoner Wahrzeichen wie das Savoy, und beliefert auch einige der führenden globalen Arbeitsräume Großbritanniens.
3) Popcorn als Verpackungsmaterial
Popcorn als Verpackungsmaterial zu verwenden, klingt vielleicht nach einem alten Witz, doch Forscher der Universität Göttingen haben kürzlich ein solches pflanzenbasiertes, umweltfreundliches Material als Alternative zu Polystyrol oder Plastik entwickelt. Die Universität hat nun mit Nordgetreide einen Lizenzvertrag zur kommerziellen Nutzung der Verfahren und Produkte für die Verpackungsindustrie abgeschlossen.
Stefan Schult, Geschäftsführer von Nordgetreide, sagte, die pflanzenbasierte Verpackung sei eine gute nachhaltige Alternative, da sie aus ungenießbaren Nebenprodukten der Cornflakes-Produktion hergestellt werde und nach Gebrauch rückstandsfrei kompostiert werden könne.
„Dieses neue Verfahren basiert auf Technologien, die von der Kunststoffindustrie zur Herstellung einer breiten Palette von Formteilen entwickelt wurden“, erklärt Forschungsleiter Professor Alireza Kharazipour. „Dies ist insbesondere im Hinblick auf Verpackungen von Bedeutung, da so ein sicherer Transport des Produkts gewährleistet und Abfall minimiert wird. Erreicht wird dies alles durch die Verwendung eines Materials, das auch nach der Herstellung biologisch abbaubar ist.“
4) Starbucks bringt „Schlackenrohr“ auf den Markt
Als weltweit größte Kaffeekette war Starbucks in Sachen Umweltschutz schon immer Vorreiter in der Gastronomie. In den Filialen findet man Einweggeschirr aus biologisch abbaubaren Materialien wie PLA und Papier. Im April dieses Jahres führte Starbucks offiziell PLA-Kaffee ein. Der aus Schlacke hergestellte, biologisch abbaubare Strohhalm soll innerhalb von vier Monaten zu über 90 % abgebaut sein.
Diese Art von Trinkhalm ist reißfest, knickt nicht so leicht ein und klebt nicht im Mund – für ein angenehmeres Trinkerlebnis. Seit dem 22. April bieten über 850 Geschäfte in Shanghai diese „Schlackenrohre“ an, und die landesweite Ausweitung ist für dieses Jahr geplant.
5) Coca-Cola-Papierflasche aus einem Stück
Dieses Jahr brachte Coca-Cola auch eine Papierflaschenverpackung auf den Markt. Der Flaschenkörper besteht aus nordischem Zellstoffpapier und ist zu 100 % recycelbar. Die Innenwand des Flaschenkörpers ist mit einer Schutzfolie aus biologisch abbaubarem Material versehen. Die Flasche selbst ist aus biologisch abbaubarem Kunststoff gefertigt. Durch die Verwendung nachhaltiger Tinte oder Lasergravur wird der Materialverbrauch weiter reduziert und die Flasche ist besonders umweltfreundlich.
Das einteilige Design erhöht die Stabilität der Flasche, und die geriffelte Oberfläche im unteren Bereich sorgt für besseren Halt. Das Getränk wird zunächst in Ungarn in einer 250-ml-Flasche getestet, die erste Auflage ist auf 2.000 Flaschen limitiert.
Coca-Cola, das sich verpflichtet hat, seine Verpackungen bis 2025 zu 100 % recycelbar zu machen, plant, bis 2030 ein System einzuführen, das sicherstellt, dass jede Flaschen- oder Dosenverpackung recycelt wird.
Obwohl biologisch abbaubare Kunststoffe einen gewissen Ruf im Umweltschutz genießen, sind sie in der Industrie nach wie vor umstritten. Sie haben sich zu einer beliebten Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen entwickelt. Um sich langfristig durchzusetzen, ist jedoch die Frage der fachgerechten Entsorgung der nach dem großflächigen Einsatz entstehenden Abfälle von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und Nachhaltigkeit biologisch abbaubarer Kunststoffe. Daher ist die Förderung biologisch abbaubarer Kunststoffe noch ein langer Weg.
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